Mühlenteam nimmt Sägebetrieb auf

Großer Andrang herrschte am Sonntag auf Gut Roß in Velen. Der Heimatverein hatte am „Tag des offenen Denkmals“ zur Wiedereröffnung der Sägemühle eingeladen.

Als ein weiteres Angebot gab es eine Führung und einen Vortrag zur Geschichtevon Guts Roß durch den Historiker Wolf-Dieter Lassotta. „Mit Andrang haben wir gerechnet. Mit so viel nicht“, meinte Felix Brumann als Sprecher des Sägemühlenteams, das die Maschine nach einem Defekt im Jahr 2019 wieder instandgesetzt und restauriert hat.

Mühlenteam nimmt Sägebetrieb auf
 

Ein paar hundert Besucher interessierten sich für die Geschichte um das Gut Roß und auch die technischen Abläufe der Sägemühle und auch für die Arbeit der 15 Heimatvereinsmitglieder, die die Stammmannschaft bildeten, die in den vergangenen zwei Jahren die Reparaturen und Renovierungen an der Säge durchgeführt hat. „100 Montage und zehn Samstage haben wir gemeinsam im Team hier gearbeitet“, blickte Brumann zurück. Die vielen weiteren Arbeitsstunden, die zu anderen Zeiten hier eingeflossen seien, könne er nicht beziffern. „Für einige anspruchsvolle technische Reparaturen und Erneuerungen mussten wir auf externe Unterstützung setzen“, ergänzte er. Mit dem Abriss des alten Pleuels an der Säge habe alles begonnen. Ebenso musste das Verbindungsstück vom Motor zum Sägerahmen ersetzt werden, beschrieb er im Zeitraffer die vielen notwendigen Schritte. Die Sägemühle zeigte sich am Sonntag rund um gesäubert und renoviert. Und ihre eigentliche Funktion, das Sägen, funktionierte auch. Interessiert beobachteten die Zuschauer, wie das Sägemühlenteam einige Stämme zerlegte. „Die technischen Probleme konnten behoben werden“, betont Projektleiter Brumann. „Die Säge ist betriebsbereit. Sie läuft jetzt zwar langsamer, aber schonender. Es braucht seit der Renovierung länger, einen Baum zu zersägen.“ 

Das Sägemühlenteam bleibt allerdings nach den Arbeiten nicht ohne Beschäftigung. Ein nächster notwendiger Schritt ist schon in Sicht: „Die Überarbeitung der Turbine wird sehr anspruchsvoll“. Die Sägemühle in Aktion übte den ganzen Tag über eine ganz besondere Faszination auf die Besucher aus. Die Führung über das Gut Roß und die Ausführungen über den Velener Schlossherrn Max Graf von Landsberg-Velen, der als einer der Pioniere moderner Landwirtschaft gilt, wurde ebenso mit großem Interesse angenommen. Für Kurzentschlossene hatten daher die Organisatoren eine zusätzliche Besichtigung im Angebot. Der Velener Wolf-Dieter Lassotta hatte für seine 80-seitige Masterarbeit zum Thema „Wandel der Dorfkultur“ intensiv die Landsbergsche Familiengeschichte von 1847 bis 1902 recherchiert und erkundet.

 

 
Mühlenteam nimmt Sägebetrieb auf
  

Seine Erzählungen versetzten die Zuhörer in die damalige Zeit. Dabei zeichnete er ein sympathisches Bild von dem damaligen Schlossherrn. Auch konnte das Erdgeschoss des ehemaligen Gutshauses besichtigt werden. Die Velenerin Karin Hahn war sehr begeistert. Als Kind und später noch sei sie viel auf Gut Roß gewesen. „Doch hier in der Verwalterwohnung und diesen Pferdeställen bin ich noch nicht gewesen“, berichtete sie. Auch andere Velener suchten den persönlichen Kontakt zum jungen Historiker, um Fragen zur Geschichte der Landsbergs zu Velen zu stellen. Oder auch persönliche Erfahrungen auszutauschen. Das Interesse der Velener und der anderen Besucher war groß.

 Bericht und Fotos:  Borkener Zeitung (Ch. Niermann)