Säge läuft langsamer, aber schonender

Team des Heimatvereins hat historische Anlage restauriert
Inzwischen schnellt er ab und zu wieder hin und her, der Sägerahmen der historischen Sägemühle auf Gut Roß. Das Team des Heimatvereins, das sich im vergangenen Jahr zusammengefunden hatte, um die Maschine zu reparieren und zu restaurieren, ist inzwischen gut vorangekommen. In diesem Jahr soll testweise schon mal ein Stamm gesägt, im nächsten Jahr die Sägemühle dann auch wieder regelmäßig für Touristen und andere Besucher geöffnet werden.

Säge läuft langsamer, aber schonender

  

Etwas leiser ist inzwischen der Betrieb der Maschine, da zum einen Lager gereinigt und neue Öle eingesetzt wurden, die dosierbar sind. Zum anderen ist die Geschwindigkeit etwas gedrosselt worden. Und drittens liegt noch kein Holz vor dem Sägeblatt.

„Wir wollten erst mal die Betriebsfähigkeit wieder herstellen“, sagt Felix Brumann, Sprecher des Sägemühlenteams. „Dazu war es nötig, einen sogenannten elektrischen Frequenzumformer einzubauen. Dieser reduziert die Drehzahl des Motors von vornherein.“ Zusätzlich ist eine kleinere Riemenscheibe eingebaut worden, um die Drehzahl weiter zu reduzieren. Die Säge macht nun nur noch 160 Doppelhübe pro Minute statt 270, die es vorher waren. „So haben wir einerseits noch ein ordentliches Drehmoment des Motors, auf der anderen Seite eine nicht so hohe Drehzahl. Zudem fahren wir die Maschine langsamer an. Das schont diese zusätzlich“, sagt Brumann. 

Man brauche jetzt zwar etwas länger, um einen Baum zu sägen, so Brumann, aber sein Team und er hätten sich die Anlage vor der Reparatur mal intensiv angeschaut und den Verdacht gehabt, dass diese in den 1960er Jahren frisiert worden sei. „Denn viele Schäden waren Überlast-Schäden“, meint Brumann. Die Anlage sei rund 50 Jahre auf Verschleiß gefahren worden. „Da stellten sich so viele Dinge ein, die zu machen waren, dass wir grundsätzlich an der Säge arbeiten mussten.“ Brumann betont allerdings, dass die Anlage jederzeit wieder in den Originalzustand versetzt werden könne. „Darauf legen wir Wert. Nichts soll die Anlage beeinträchtigen“, so Brumann. 

Die Veränderungen am Motor sind für Außenstehende zunächst nicht auf Anhieb sichtbar. Anders ist das beim Sägerahmen und vor allem am Pleuel. Mit dem alten Pleuel begannen vor rund zwei Jahren die Überlegungen und Arbeiten an der Anlage. Das Verbindungsstück vom Motor zum Sägerahmen war im Sommer 2019 abgerissen. Inzwischen ist dieses Bauteil durch ein neues ersetzt worden. Johannes ven der Buss hat das neue Pleuel aus einem Stück Eschenholz geschnitten. „Eschenholz ist sehr zäh und für so etwas sehr gut geeignet“, erklärt Brumann. Auch der Sägerahmen ist erneuert worden. Ein Maschinenbaumeister aus Rhede hat ihn erneuert. „Er hat das nach dem Originalmuster angefertigt“, so Brumann. Der alte Rahmen sei bis vor zwei Jahren so oft geflickt worden, dass es nicht zu verantworten gewesen sei, diesen noch mal einzusetzen, sagt Brumann. Die Kosten für den neuen Sägerahmen sowie einige andere neue Teile hat die Stadt Velen übernommen. 

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In dieser Woche wurde noch am Getriebe des Vorschubwagens gearbeitet. „Am Tag des offenen Denkmals am 12. September wollen wir dann zur Probe mit einigen Leuten mal einen Stamm sägen“, plant Brumann. „Am Nachmittag wollen wir, wenn es möglich ist, auch für die Öffentlichkeit ein paar Hölzer sägen. Der richtige Start soll im nächsten Jahr zum Start in die Fahrradsaison erfolgen“, berichtet Felix Brumann. 

Bericht und Foto/Video Borkener Zeitung (Lars Johann-Krone)