Der Heimatverein Velen hatte am Montag zur Podiumsdiskussion ins Heimathaus eingeladen. Rund 50 Bürger kamen. Franz-Josef Messing, Vorsitzender des Vereins, führte das Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden der Parteien des Stadtrates. Gekommen waren allerdings nur Engelbert Volks (SPD) und Günther Kremer (CDU). In den meisten Punkten stimmten sie überein. UWG und Grüne waren eingeladen, kamen aber nicht.

Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) war auch Thema. Vor allem die Prioritäten für die Rathaus-Sanierung und die Erneuerung des Ramsdorfer Ortskerns interessierte die Besucher, die auch aus Ramsdorf kamen.

„Wir müssen vorsichtig sein, dass keine Debatte Velen gegen Ramsdorf aufgeheizt wird. Schließlich handelt es sich um ein Rathaus für alle Ortsteile“, sagte Engelbert Volks. Den Parteien im Rat sei klar, dass die Verzögerungen des Baubeginns in Ramsdorf zu Unmut führten. Die Verschönerung Ramsdorfs sollte allerdings in ein Konzept gepackt werden. Denn Förderung sei wichtig, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Günther Kremer stellte fest, dass in Velen bereits viele Projekte umgesetzt worden seien, in Ramsdorf nicht. „Solche Projekte kosten aber viel“, sagte er. „Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt und sollten den Rahmen nicht sprengen. Wir müssen auf Fördertöpfe zurückgreifen.“

„Wenn für das Rathaus nur noch 2018 Förderung beantragt werden kann, ist es doch logisch, das Projekt vorzuziehen“, sagte der Heimatvereinsvorsitzende Franz-Josef Messing.

Dem Gut Roß sowie dem Lebendigen Museum Sägemühle galt das Interesse des Heimatvereins. Seine Mitglieder betreiben die Mühle.

„Die Sägemühle soll erhalten werden“, sagte Günther Kremer. Das ehrenamtliche Engagement lasse nach. Daher sei es wichtig, dass sich der Heimatverein oder auch die Doskerkerls so engagieren, fügte Kremer hinzu. „Wir stehen voll hinter den Lebendigen Museen.“

„Es muss verhindert werden, dass Investoren Filetstücke aus dem Gut Roß herauskaufen und sie später doppelt so teuer etwa an die Kommune weiterverkaufen“, sagte Engelbert Volks. Es mache auch Sinn, dass die Stadt landwirtschaftliche Flächen kaufe, um sie als Tauschflächen zu haben.

Zuhörer Felix Brumann regte an, alle Gebäude des Guts zu kaufen, um dort Heimatverein und Doskerkerls zentral unterbringen zu können und zudem weiter kulturelle Veranstaltungen veranstalten zu können.

„Es wäre schön, wenn dort weiter Konzerte stattfinden können, aber das ist immer ein Zuschussgeschäft. Investitionen in die Gebäude würden ebenfalls viel kosten. Lebendige Museen zu vereinen findet Kremer nicht gut. Die dezentrale Lage soll die Verweildauer von Gästen im Ort erhöhen.

Besucher Felix Brumann rief gegen Ende der Diskussion das Thema Coesfelder Straße auf den Plan. „Wir haben dort ein Problem. Es ist gefährlich. Aufenthaltsqualität hat die Straße zudem auch nicht“, sagte er.

„Gefährlich ist etwas übertrieben“, sagte Günther Kremer daraufhin. In der Coesfelder Straße würde es keinen Unfallschwerpunkt geben. Das sei auch bei einer Verkehrsschau bestätigt worden, fügte er hinzu. „Muss denn erst etwas passieren“, rief eine Frau aus dem Publikum rein.

Johannes Maus, Ratsmitglied für die CDU und am Montag ebenfalls Gast, sagte: „Wir sollten nicht anfangen, die Straße totzuberuhigen.“

Engelbert Volks sagte, dass auch er nicht von einer möglichen Einbahnstraßenlösung überzeugt sei. Die enge Situation aktuell sorgt dafür, dass der Verkehr ausgebremst werde, argumentierte er.

Die Entwicklung der Sekundarschule sei nicht so gut, sagte Engelbert Volks mit Blick auf die Anmeldezahlen des aktuellen Schuljahres. „Eine weiterführende Schule ist wichtig für den Ort. Wir haben in der Vergangenheit aber Millionen in die Schule gesteckt. Wir geben sie nicht auf.“

„Es kommen geburtenstärkere Jahrgänge. Wir gehen davon aus, dass auch die Anmeldungen wieder mehr werden. Die Eltern, die ihre Kinder angemeldet haben, sind begeistert. Wir sollten die Lehrer jetzt ihre Arbeit machen lassen“, sagte Günther Kremer. Wichtig sei die Schule auch für Unternehmen, um Auszubildende zu gewinnen, sagte Kremer.

 „Warum stockt der Bau der östlichen Ortsumgehung“, fragte Franz-Josef Messing. Die Förderung sei spät gekommen, das Projekt in der Priorität abgerutscht, sagte Engelbert Volks. „Wir brauchen allerdings die K11n, da der Verkehr nicht über den Volbertskamp geleitet werden kann. Günter Niehues, stellvertretender Vorsitzender der SPD, sagte, dass es nicht so laufen solle wie in Ramsdorf. „Dort wird die Umgehung kaum genutzt.“

„Wir stehen bei den Ramsdorfern im Wort, die Velener und die Borkener Straße zu beruhigen. Wir sollten über Lösungen wie in Velen an der Ramsdorfer Straße nachdenken“, sagte Volks.

 Bericht Borkener Zeitung (Lars Johann-Krone) / Fotos A. F.