Der Heimatverein Velen und die Pfarrgemeinde planen einen gemeinsamen Themenabend. Sie wollen auf das Wirken Schwester Clematias zurückblicken und bitten um Hinweise aus der Bevölkerung.

Foto: Lars Johann-Krone

Schwester Clematia hat tiefe Spuren in Velen hinterlassen. Die Ordensschwester, nach der sogar eine Straße benannt ist, war sozial sehr engagiert, half in medizinischen Notfällen, spendete Trost. Am 28. Oktober jährt sich ihr Todestag zum 50. Mal. Ein Grund für Vertreter der Pfarrgemeinde und des Heimatvereins, Schwester Clematias Dienste für die Gesellschaft während eines thematischen Abends zu würdigen. Sie bitten um Unterstützung aus der Bevölkerung.

Auf dem Friedhof in Velen treffen sich Pastoralreferent Jürgen Schulze Herding und Franz-Josef Messing, der Vorsitzende des Heimatvereins, am Montag. An der Grabstelle, an der Clematia und andere Ordensschwestern begraben sind, zupft Messing noch ein wenig Unkraut. Ansonsten ist das Grab gut gepflegt.

Vor einigen Wochen hatte Jürgen Schulze Herding die Idee, Schwester Clematia zu würdigen. In einem Gespräch mit Franz-Josef Messing schnitt er das Thema an und fand einen Mitstreiter. „Da habe ich spontan ja gesagt, weil wir die Schwester als eine wichtige Person des Ortes betrachten“, berichtet Messing. Seitdem bilden die beiden ein Duo, das versucht, weitere Informationen zusammenzutragen. Am Donnerstag, 15. November, ab 19 Uhr sollen diese dann in einem thematischen Abend im Heimathaus münden.

„Wir wollen eine beeindruckende Persönlichkeit ins Bewusstsein bringen und dort behalten. Nach einer gewissen Zeit sterben eben die letzten, die sie persönlich gekannt haben, und dann würde viel Wissen verloren gehen“, erklärt Jürgen Schulze Herding und hofft auf Rückmeldungen.

„Im Idealfall erzählen Zeitzeugen an dem Abend von ihren Erfahrungen mit der Schwester“, berichtet Franz Josef Messing. „Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, im Vorfeld Kontakt mit uns aufzunehmen und die Geschichten zu erzählen. Namensnennungen sind dabei auch nicht zwingend nötig. Es geht immerhin teilweise um sehr intime Dinge“, sagt Jürgen Schulze Herding. „Es soll ein lebendiger Abend werden. In lockerer Atmosphäre“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins. Er hofft zudem, dass es noch alte Bilder mit Schwester Clematia gibt.

Ein wenig Vorwissen haben die beiden bereits gesammelt. Im Juni 1891 kam Schwester Clematia zur Welt. Maria Kremer hieß sie damals noch. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg kam sie in den Orden der Clemensschwestern und kümmerte sich von 1920 an im St.-Ignatius-Krankenhaus in Velen um Patienten.

Sie war allerdings gleichzeitig in der häuslichen Krankenpflege tätig. „Im Grunde war Schwester Clematia ein Engel“, sagt Jürgen Schulze Herding. „Sie ging insbesondere auch zu Familien, die keine Krankenversicherung hatten. Sie leistete dort eine medizinische Grundversorgung, die vermutlich vielen Menschen auch das Leben gerettet hat.“

Sterbe- und Trauerbegleitung war ein anderes Betätigungsfeld der Ordensschwester. „Sie ging dann auch um 21 oder 22 Uhr nochmal zu Patienten, bei denen sie das Gefühl hatte, sie könnten Hilfe benötigen“, berichtet Messing.

  • Über Infos zu Schwester Clematia freuen sich Jürgen Schulze Herding und Franz-Josef Messing unter 02863/4559 und 02863/1730 oder per E-Mail an schulze
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Bericht und Foto Borkener Zeitung (Lars Johann-Krone)