In der Schulstraße in Velen steht die Antoniuskapelle. Sie hat für diese Straße eine besondere Bedeutung. Um 1900 wurde sie von den Brüdern Bruns errichtet. Bernhard Bruns war bei den Benediktinern in Gerleve als Bruder aufgenommen, mußte aber aus gesundheitlichen Gründen das Kloster wieder verlassen. Die Antoniusfigur in der kleinen Kapelle wurde einigemale ausgewechselt. Die erste Figur aus Holz stammte von einem Drechsler Belker aus heimischer Landschaft. Sie ist in den Nachkriegsjahren für zerstörte und wiederhergestellte Notkirchen abgegeben worden. Die nächste Heiligenfigur wurde aus dem gleichen Grunde hergegeben. Die dritte, jetzige Gestalt im Franziskanerkleid wechselte in den Gewandfarben von Zeit zu Zeit.

 

In Velen steht die Antoniuskapelle auf dem Kreuzpunkt der drei Nachbarschaften Hahnenhook, Papenhook und dem Barmherzigen Hook. Die Verehrung des hl. Antonius wurde durchaus ernst genommen. In früheren Zeiten wurde die kleine Kapelle zum Namensfest am 13. Juni festlich geschmückt. Blumen und Grün, Girlanden und Lampions wurden aufgehängt und Blumenbilder aus Blütenköpfen auf die Erde gelegt. Die Kinder sammelten Münzen für den Schmuck, der Stifter Heinrich Bruns gab vordem eine besondere Spende. In Kriegszeiten und in persönlicher Not brannte hier Tag und Nacht eine Kerze. Die Menschen, vor allem aus der engeren Nachbarschaft, trafen sich an diesem Feiertag vor dem Bildnis des heiligen Antonius mit dem Kind auf dem rechten Arm, sie stehen, knien, sitzen auf Stühlen und Fußbänken. Sie beteten die Litanei zu den Heiligen, baten den franziskanischen Namenspatron auch um das wiederfinden verlorener Sachen.

Die Bittschrift ist einfach:

"Heiliger Antonius bitte für uns."

Standort im Geodatenatlas des Kreis Borken