Kreuzwegwanderung und Struwenessen

Der Karfreitag ist in Velen ein Zusammenspiel von vielen Vereinen. Während der Heimatverein schon traditionell eine Kreuzwegwanderung für Radfahrer organisiert, bereiten parallel der Eine-Welt-Kreis und die Landjugend das Struwenessen im Haus der Begegnung vor.

Mit dem Rad rund um Velen gepilgert

Die Kreuzwegwanderer freuen sich auf die Struwen, die von dem Eine-Welt-Kreis und der Landjugend gebacken werden.
 

So ist es auch in diesem Jahr. Um 10 Uhr treffen sich 158 Gläubige an der St.-Andreas-Kirche in Velen, um mit dem Fahrrad zu verschiedenen Bildstöcken in und um Velen zu pilgern. Begonnen hat diese Tour vor vielen Jahren mit gerade einmal 20 Teilnehmern. Die Beteiligung wurde dann aber von Jahr zu Jahr immer größer. Mit dabei sind zudem nicht mehr nur Velener. Auch Teilnehmer aus anderen Orten finden sich unter den Radlern.

Felix und Josef Schweers, Josef Klöpper und Karl-Heinz Honerbom organisieren diese Tour jedes Jahr von seiten des Heimatvereins. Dabei ist die Gruppe um Pfarrer Karl Döcker auch in diesem Jahr mit Kindern, Jugendlichen und Älteren bunt gemischt. Die Verkehrsabsicherung der Radfahrgruppe übernimmt, wie in den Vorjahren, Polizist Robert Brüggemann.

Die Fahrradwanderung führt erstmalig auch an das Kreuz in Nordvelen am Hof Einck. Dieses Kruzifix ist ein typisches Beispiel der Kunst des Historismus: gestufter Sockel aus Backstein und Sandstein mit einem großen Corpus im Stil des 19. Jahrhunderts. Das Westfälische Amt für Denkmalpflege stellte dieses Kreuz daher auch unter Denkmalschutz.

Nach zwei Stunden Fahrradwanderung mit schönen Momenten ebenso des Betens und Gedenkens, erreichen die Pilger wohlbehalten das Haus der Begegnung. Hier erwartet sie der Duft von frisch gebackenen Hefepfannkuchen. Früher galt dieses Gericht als Fastenessen für Aschermittwoch und Karfreitag. Die Mitglieder der Landjugend backen fleißig und kommen bei dem Ansturm ins Schwitzen. Doch die jungen Leute lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und servieren die Struwen mit Rosinen und dann noch in Zucker gerollt. Für Nachschub mit dem frisch angerührten Backteig sorgen die Mitglieder des Eine-Welt-Kreises.

Die Beteiligten hoffen nun, von dem Erlös der Struwen-Backaktion erneut eine große Sendung mit Medikamenten auf den Weg nach Kuba schicken zu können. Die Medikamente werden über eine Notapotheke der kubanischen Kirche in der Diözese Pinar del Rio zur Verfügung gestellt. Dort gibt es zwar gut ausgebildete Ärzte, aber keine ausreichende Zahl an Medikamenten. Im vergangenen Jahr kamen bei der Aktion 750 Euro zusammen.

 
Bericht und Foto Borkener Zeitung (Christa Niermann)