„Die Sägemühle ist für mich Heimat“

Wer auf der Suche nach Ruhe oder einem guten Gespräch ist, sollte seine Zeit an der alten Sägemühle in Velen verbringen. Dieser Meinung ist zumindest Karl-Heinz Honerbom, der Vorsitzende des Heimatvereins Velen. Auf die Frage nach seinem Lieblingsort muss der 73-Jährige nicht lange überlegen: Die alte Sägemühle am Gut Roß. „Ich bin jeden Tag hier. Gieße die Blumen, schaue mir die Teiche an oder spreche mit Menschen, die hier vorbeikommen. Da erfährt man immer das Neuste, das in Velen los ist. Manchmal genieße ich aber auch einfach nur die Ruhe.“

Vor rund neun Jahren machten sich Mitglieder des Heimatvereins daran, das alte und verkommene Gebäude zu renovieren. Vor allem Karl-Heinz Honerbom und Josef Klöpper waren vorne mit dabei. Das Ziel: Die alte Sägemühle wieder zum Laufen zu bringen. Das Wichtigste hierbei war, die Turbine vom Morast zu befreien und wieder leistungsfähig zu machen. „Nach einigen Wochen hatten wir dann die Turbinenkammer frei gemacht und auseinander geschraubt. Und siehe da: Es war nur ein Saubermachen und vier Schrauben mussten ersetzt werden.“ Als dann alles wieder funktionierte, war die Freude groß. Seitdem ist Honerbom jeden Tag an der Sägemühle und schaut nach dem Rechten. Warum ihm die Sägemühle so wichtig ist – „Das gehört doch hierhin, Gut Roß und die Sägemühle. Das weiß jeder. Wäre ja schade, wenn das verfallen wäre.“

Obwohl viele Menschen auf ihren Radtouren oder Wanderungen hier vorbei kommen, Rast machen und auf den Bänken picknicken, gebe es nie Probleme mit Müll, betont Honerbom. Dafür sei er dankbar. Der Grund dafür sei, dass die Mühle nicht nur ihm am Herzen liege, sondern auch vielen Velenern, glaubt er. Für Honerbom, der schon sein Leben lang in Velen zu Hause ist, ist das alte Gebäude ein Stück Heimat: „Schon früher in meiner Kindheit waren Gut Roß und die Sägemühle ein Begriff hier in Velen. Es gibt zwar viele schöne Orte in Velen, aber mein Herz hängt besonders am Heimathaus und hier an der Mühle.“

Jeden Sonntag ist die Mühle offen. Dann erklären zwei Mitglieder vom Heimatverein, wie das „historische“ Sägen funktioniert und machen Vorführungen. „Ich wüsste keinen Ort, wo so viel Leben herrscht wie hier“, sagt Honerbom. Nicht umsonst trägt die alte Sägemühle am Gut Roß auch den Beinamen „Lebendiges Museum“.

Als Velener Urgestein, wie er selbst sagt, engagiert sich Honerbom nun schon seit rund 28 Jahren im Heimatverein. Warum? Weil es ihm am Herzen liegt, dass manche historische Stätten wieder aufgebaut werden. „Da sind so einige Sachen, die wirklich nochmal wieder aufgearbeitet werden müssen. Auch so einige Sehenswürdigkeiten, die für Besucher wieder greifbar gemacht werden sollten.

 

 
 
 
 Bericht und Fotos Borkener Zeitung vom 18.07.2017