Tieflader bringt zehn Tonnen schweren Eisenkoloss nach Velen

 

Velen(git).Die Begeisterung ist Karl-Heinz Honerbom (65) anzumerken: Die Sägemühle am Gut Roß - eine Filiale des „Lebendigen Museums“, wird um eine Attraktion reicher, freut sich der Heimatvereins-Vorsitzende. Eine Lokomobile komplettiert die museale Technik und vermittelt einen authentischen Eindruck davon, wie anno dazumal gesägt wurde: Mit Wasserkraft und mit Dampf.Morgen reist der zehn Tonnen schwere Eisenkoloss per Tieflader von Oelde nach Velen. Gegen 13 Uhr trifft der Transport am Gut Roß ein. Die Lokomobile (Baujahr 1923/24) wird zunächst am alten Kuhstall geparkt, wo die ehrenamtliche Helfer sie reinigen und streichen. An Schautagen soll sie zur Sägemühle gezogen werden. „Selbst wenn sie nicht mehr funktioniert, ist sie ein eindrucksvolles Anschauungsobjekt und ein Blickfang für große und kleine Besucher“, sagt Honerbom.Für den Heimatverein erfüllt sich damit ein langgehegter Wunsch. „Es war immer unser Traum, so eine Maschine zu erwerben“, schildert der Heimatvereins-Vorsitzende. Der Zufall half, dass daraus Wirklichkeit wird.Die Gruppe, die das Sägewerk betreut, war mit einem Besucher ins Gespräch gekommen. Dabei zeigte sich: Der Oelder Peter Anders interessiert sich nicht nur für die historische Technik, sondern pflegt auch ein besonderes Hobby - er restauriert Lokomobile. Eine der alten Dampfmaschinen, die jedoch nicht mehr funktionstüchtig ist, wollte er lieber dem Heimatverein Velen überlassen, als sie zu verschrotten. Honerbom und Anders wurden sich einig: Der Oelder schenkt dem Heimatverein die Lokomobile.Zurzeit steht sie noch auf dem ehemaligen Gelände der Potts-Brauerei in Oelde. Ursprünglich hatte sie im alten Sägewerk in Lüdinghausen gearbeitet. Nachdem sie ausrangiert worden war, stand sie etwa 30 Jahre bei einem Bauern in der Wiese, wo Anders sie entdeckte.Dass der Heimatverein die Lokomobile wieder in Betrieb nimmt, scheint eher unwahrscheinlich, verweist Honerbom auf die hohen Kosten und den Arbeitsaufwand. Und: Neben der jährlichen TÜV-Abnahme müsste jemand eigens für den Betrieb der Dampfmaschine eine Prüfung absolvieren. Aufwändig wäre auch das Arbeiten mit der Lokomobile: Sie müsste acht Stunden vorher angeheizt werden, ehe sie Druck erzeugt. Dann würde das historische Antriebsaggregat immerhin 70 PS leisten.Von 1890 bis 1955 stand eine Lokomobile seitlich am Sägegatter von Gut Roß, berichtet Josef Klöpper (74). Morgens wurde zunächst mit Wasserkraft gesägt. Wenn das Wasser nicht mehr reichte, kam die Lokomobile zum Einsatz, die bereits Stunden zuvor angeheizt worden war.

Freitag, 04. September 2009  |  Quelle: Borkener Zeitung (Velen)

 

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